Neues Besucherzentrum bei Ordesa y Monte Perdido  - stärkt den nachhaltigen Tourismus und die Umweltbildung in der gesamten Pyrenäenregion

Neues Besucherzentrum für Spaniens Nationalpark Ordesa y Monte Perdido

Von Jonas·

Tiefe Schluchten, gewaltige Felswände, Wasserfälle und einige der eindrucksvollsten Berglandschaften Spaniens: Der Nationalpark Ordesa y Monte Perdido gehört zu den besonderen Naturzielen des Landes. Nun gibt es einen aktuellen Anlass, den Nationalpark in den spanischen Pyrenäen auf die Reiseliste zu setzen. Mitte November 2026 soll ein neues Besucherzentrum seine Türen öffnen.

Neues Besucherzentrum öffnet im November 2026

Wer bei Ferien in Spanien zuerst an Strände, Barcelona oder Andalusien denkt, übersieht leicht eine ganz andere Seite des Landes. Im Norden Aragoniens erhebt sich eine beeindruckende Hochgebirgslandschaft: der Nationalpark Ordesa y Monte Perdido.

Für Besucher wird die Erkundung der Region bald noch interessanter. In Escalona in der Provinz Huesca soll Mitte November das neue Besucherzentrum „Elena Villagrasa“ eröffnet werden.

Die neue Einrichtung soll Reisenden Informationen über den Nationalpark bieten und gleichzeitig die besonderen natürlichen und kulturellen Werte der Region vermitteln.

Mit rund 670'000 Besuchern im Jahr 2025 gehört Ordesa y Monte Perdido längst nicht mehr zu den völlig unbekannten Reisezielen Spaniens. Trotzdem wirkt die Region im Vergleich zu den klassischen Ferienorten des Landes wie eine andere Welt.

Einer der ältesten Nationalparks Spaniens

Ordesa y Monte Perdido steht bereits seit 1918 unter besonderem Schutz. Damit gehört das Gebiet zu den traditionsreichsten Nationalparks des Landes.

Heute umfasst der Nationalpark mehr als 15'000 Hektaren und schützt eine spektakuläre Landschaft aus tief eingeschnittenen Tälern, hohen Felswänden, Bergwäldern und Gipfeln.

Über allem thront der Monte Perdido. Mit einer Höhe von 3'355 Metern gehört er zu den höchsten Gipfeln der Pyrenäen.

Der Name bedeutet übersetzt übrigens „verlorener Berg“. Von der spanischen Seite war der Gipfel früher aus vielen Tälern kaum zu erkennen – wodurch die ungewöhnliche Bezeichnung entstanden sein soll.

Das Valle de Ordesa als Herzstück

Für viele Reisende beginnt die Entdeckung des Nationalparks im Valle de Ordesa.

Das breite Tal wird von steilen Felswänden eingerahmt und zählt zu den bekanntesten Landschaften der spanischen Pyrenäen. Durch den Talboden fliesst der Río Arazas, der unterwegs zahlreiche Wasserfälle bildet.

Besonders beliebt sind die Cascadas de las Gradas de Soaso. Das Wasser fliesst hier in mehreren natürlichen Stufen durch die Felsen.

Noch bekannter ist die Cola de Caballo, der „Pferdeschwanz“. Der Wasserfall liegt am Ende einer der beliebtesten Wanderungen des Nationalparks und ist für viele Besucher das Ziel einer Tagestour durch das Ordesa-Tal.

Wandern zwischen Wasserfällen und Dreitausendern

Ordesa y Monte Perdido ist vor allem ein Paradies für Wanderer.

Eine der klassischen Touren führt vom Bereich Pradera de Ordesa durch das Tal bis zur Cola de Caballo. Unterwegs wechseln sich Buchenwälder, Wasserfälle und immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die umliegenden Felswände ab.

Wer weniger weit laufen möchte, findet ebenfalls kürzere Wege und Aussichtspunkte.

Erfahrene Bergwanderer können dagegen anspruchsvollere Routen in den höheren Bereichen der Pyrenäen wählen. Für Touren rund um den Monte Perdido sind allerdings gute Kondition, passende Ausrüstung und Erfahrung im Gebirge erforderlich.

Gerade in den höheren Lagen können sich Wetter und Bedingungen schnell verändern.

Nicht nur Ordesa ist sehenswert

Der Nationalpark besteht aus weit mehr als seinem berühmtesten Tal.

Auch die Gebiete Añisclo, Escuaín und Pineta gehören zum geschützten Gebiet und zeigen jeweils einen anderen Charakter.

Der Cañón de Añisclo beeindruckt beispielsweise mit einer tiefen Schlucht und steilen Felswänden. Das Valle de Pineta bietet dagegen weite Blicke auf die Bergwelt rund um den Monte Perdido.

Wer mehrere Tage bleibt, kann deshalb verschiedene Bereiche miteinander kombinieren und erlebt dabei ganz unterschiedliche Landschaften.

Torla als Ausgangspunkt für die Reise

Ein besonders schöner Ausgangspunkt für einen Besuch ist Torla-Ordesa.

Das kleine Bergdorf liegt vor der beeindruckenden Kulisse der Pyrenäen und gilt als eines der wichtigsten Tore zum Ordesa-Tal. Natursteinhäuser, schmale Gassen und die umliegenden Berge sorgen für eine Atmosphäre, die mit den bekannten Küstenorten Spaniens kaum vergleichbar ist.

Je nach Saison wird der Zugang zum Ordesa-Tal aufgrund des hohen Besucheraufkommens geregelt. Dann verkehren Shuttlebusse zwischen Torla und dem Nationalpark.

Vor der Reise lohnt es sich deshalb, die aktuellen Zufahrtsregelungen zu prüfen.

Spanien kann auch Hochgebirge

Gerade das macht Ordesa y Monte Perdido für eine Spanien-Reise so spannend.

Hier gibt es keine Strandpromenaden und keine grossen Ferienanlagen. Stattdessen warten Wasserfälle, Schluchten, Wälder, kleine Bergdörfer und Gipfel mit mehr als 3'000 Metern Höhe.

Mit der geplanten Eröffnung des neuen Besucherzentrums Mitte November 2026 bekommt die Region nun eine weitere Anlaufstelle für Reisende.

Vielleicht ist das der perfekte Anlass, bei der nächsten Spanien-Reise einmal nicht Richtung Mittelmeer zu fahren – sondern mitten hinein in die Pyrenäen.