Ronda gehört mit seinem spektakulären Puente Nuevo und der tiefen Schlucht zu den bekanntesten Ausflugszielen Andalusiens. Normalerweise bestaunen Besucher das Wahrzeichen von oben – von den zahlreichen Aussichtspunkten der Stadt. Seit September 2026 gibt es jedoch eine ganz neue Möglichkeit, Ronda zu entdecken: Der Camino del Desfiladero del Tajo ist nun vollständig geöffnet und führt Besucher mitten hinein in die beeindruckende Schlucht.
Neuer Abschnitt des Camino del Desfiladero eröffnet
Bereits 2024 wurde der erste Abschnitt des Camino del Desfiladero del Tajo eröffnet. Rund 200 Meter des Weges führten vom historischen Zentrum hinunter bis an den Fuß des berühmten Puente Nuevo.
Das Angebot entwickelte sich schnell zu einer beliebten Attraktion. Nach Angaben der Stadt Ronda kamen allein mit diesem ersten Abschnitt durchschnittlich rund 160'000 Besucher pro Jahr. Insgesamt wurden seit der Eröffnung bereits mehr als 390'000 Besuche gezählt.
Nun wurde der Weg deutlich erweitert. Die zweite und letzte Bauphase wurde im September 2026 fertiggestellt und macht es möglich, wesentlich tiefer in die Schlucht vorzudringen.
Auf einer neuen Pasarela durch die Schlucht
Das Highlight des neuen Abschnitts ist eine rund 500 Meter lange Pasarela, die parallel zum Río Guadalevín durch die Schlucht verläuft.
Während der Puente Nuevo von den klassischen Aussichtspunkten hoch über der Landschaft thront, erleben Besucher das Bauwerk auf dem neuen Weg aus einer völlig anderen Perspektive. Die mächtigen Felswände ragen links und rechts empor, während oberhalb die historische Stadt Ronda liegt.
Gerade wer Ronda bereits kennt, bekommt damit einen guten Grund für einen erneuten Besuch.
Der vollständige Weg verbindet heute den Bereich des Plaza María Auxiliadora im historischen Zentrum mit dem Viertel Padre Jesús in der Nähe der berühmten arabischen Bäder. Dadurch entsteht gleichzeitig eine interessante neue Route durch die Stadt.
Der Puente Nuevo einmal von unten
Der Puente Nuevo ist das Wahrzeichen Rondas und vermutlich eines der meistfotografierten Bauwerke Andalusiens. Die rund 100 Meter hohe Brücke überspannt die Schlucht des Río Guadalevín und verbindet die beiden Teile der historischen Stadt miteinander.
Vom Camino del Desfiladero lässt sich die Konstruktion nun aus nächster Nähe betrachten.
Das verändert den Eindruck gewaltig: Statt von oben in die Schlucht hinabzuschauen, befindet man sich plötzlich selbst zwischen den steilen Felswänden.
Damit verbindet die neue Attraktion gleich mehrere Dinge, die Ronda so besonders machen: Landschaft, Geschichte und Architektur.
Ein weiterer Grund, länger in Ronda zu bleiben
Viele Reisende besuchen Ronda bisher als Tagesausflug – beispielsweise von Málaga, Marbella oder der Costa del Sol. Genau das möchte die Stadt mit dem neuen Weg ein Stück weit verändern.
Durch den zusätzlichen Ausgang beim Viertel Padre Jesús werden Besucher ausserdem in einen Teil Rondas geführt, der bisher deutlich weniger touristischen Verkehr hatte. Von hier befinden sich unter anderem die Baños Árabes, die zu den am besten erhaltenen arabischen Badeanlagen Spaniens gehören, in unmittelbarer Nähe.
Wer genügend Zeit einplant, kann den Spaziergang durch die Schlucht deshalb gut mit einem Rundgang durch die Altstadt verbinden.
Neben dem Puente Nuevo lohnen sich beispielsweise der Palacio de Mondragón, die Plaza de Toros, die Casa del Rey Moro und die verschiedenen Aussichtspunkte entlang der Schlucht.
Was kostet der neue Camino del Desfiladero?
Für den vollständigen Camino del Desfiladero del Tajo wird derzeit eine reguläre Eintrittsgebühr von 12 Euroangegeben. Für Einwohner von Ronda ist der Eintritt kostenlos.
Tickets können online reserviert werden. Da die verfügbaren Zeitfenster und Öffnungszeiten je nach Saison und Wetter variieren können, lohnt sich eine vorherige Reservierung.
Wichtig für Familien: Nach den aktuell veröffentlichten Zugangsbedingungen dürfen Kinder unter acht Jahren den Weg nicht betreten. Auch Kinderwagen und Rollstühle sind auf dem Weg nicht zugelassen. Reisende mit eingeschränkter Mobilität sollten sich deshalb vor der Buchung genau über die aktuellen Bedingungen informieren.
Ronda als Ausflug von der Costa del Sol
Besonders interessant ist die neue Attraktion für Reisende, die ihre Ferien an der Costa del Sol verbringen. Von Málaga sind es mit dem Auto rund 100 Kilometer bis Ronda, sodass sich die Stadt gut als Tagesausflug einplanen lässt.
Noch schöner ist allerdings eine Übernachtung.
Wenn am späten Nachmittag viele Tagesgäste abreisen, wird es rund um die Altstadt deutlich ruhiger. Dann bleibt genügend Zeit, die Aussichtspunkte zu besuchen, durch die kleinen Gassen zu schlendern und in einem der Restaurants einzukehren.
Wer eine Andalusien-Rundreise plant, kann Ronda ausserdem hervorragend mit Málaga, Marbella, Cádiz, Sevilla oder den weissen Dörfern der Region kombinieren.
Eine der spannendsten neuen Attraktionen Andalusiens
Ronda war schon bisher ein aussergewöhnliches Reiseziel. Der neue Camino del Desfiladero fügt der Stadt nun aber eine Perspektive hinzu, die Besuchern lange verwehrt blieb.
Statt den berühmten Tajo lediglich von oben zu betrachten, führt der Weg direkt hinein in die Schlucht. Besonders der Blick auf den mächtigen Puente Nuevo von unten dürfte für viele Reisende zu einem der eindrucksvollsten Momente eines Besuchs werden.
Wer demnächst Ferien in Andalusien oder an der Costa del Sol plant, sollte Ronda deshalb auf die Reiseliste setzen – und für den Besuch diesmal vielleicht ein paar Stunden mehr einplanen.

